Einbau eines Movers (Rangierhilfe) in den Wohnwagen

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Einbau eines Movers (Rangierhilfe) in den Wohnwagen

Einbau eines Movers: Wir nutzen ja immer wieder auch den Wohnwagen von meinen (Thomas) Eltern. Einen Knaus Südwind mit 7,50 m Gesamtlänge. Da wir und auch die Eltern nicht jünger werden, überlegten die Eltern, ob man nicht einen Mover einbauen lässt. Die Recherchen ergaben, dass der Mover (Euromover von Truma) mit Einbau mit rund 1.850 EUR zu Buche schlagen würde. Ein Sonderangebot, wie der Händler meinte.

Also habe ich mich im Netz etwas umgesehen und bin auf eine gute Alternative gestoßen. Den Enduro EM 203, der für Wohnwägen bis 1800 kg geeignet ist. Unser Exemplar darf auf 1.500 kg beladen werden. Das Modell passt also. Bei Amazon konnte ich ein Angebot für 689,- EUR erspähen. Bis auf Batterie und dazugehörige Halterung ist in dem Paket alles enthalten. Also schnell die Bewertungen durchgelesen und festgestellt, dass der Einbau, auch für Laien, in rund 4 Stunden zu bewältigen ist. Praktisch ist, dass auf Youtube das Video zum Einbau (Lieferumfang) eingestellt ist und wir schon mal schauen konnten, ob wir uns den Einbau zutrauen. Sowohl mein Vater als auch ich hatten daran keinen Zweifel und wir bestellten das Teil. Wenn alles klappt, können meine Eltern so ca. 1.000 Schleifen sparen und das ist doch schon wieder ein Urlaub.

Praktisch an Amazon ist, dass man sich gleich ansehen kann, was andere so dazu gekauft haben und so stieß ich bei meinen Recherchen auch ziemlich schnell auf die Optima YT S – 4.2. Eine solide AGM-Batterie (12 V, 55 Ah), die sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass sie auch bei Tieftemperaturen zuverlässig arbeitet. Für Wintercamper also unerlässlich. Bei einer Leistungsaufnahme von 20 A müsste der Mover also gute 2 1/2 Stunden laufen, was für einen Campingurlaub, auch bei mehrmaligem Standortwechsel, reichen sollte. Dazu noch ein einfacher Batteriehalter mit Gurten. Ich wählte den Truma Batteriehalter für Optima 47000, zum Preis von 24,70 EUR. Dieser Halter hält die Batterie mit Gurten in der Position und ist dabei sehr leicht. Was man nun noch braucht sind 2 Polklemmen für den Anschluss von Plus und Minus an die Batterie und Dichtmasse für den Einbau der Außendose für den Batterie-Trennschalter, denn diese sind als Einziges nicht im Lieferumfang enthalten. Polklemmen besorgte ich für 5 EUR im Baumarkt, die Dichtmasse im Campingzubehör.

Der Einbau des Enduro EM 203

Wer eine Hebebühne oder Grube nutzen kann, dem sei dies empfohlen, wobei wir auch ohne diese Annehmlichkeiten gut auskamen. Der Wohnwagen wurde an der Deichsel einfach so weit angehoben, dass er hinten nicht aufsaß und auf einer kleinen Werkbank aufgelegt. Das reichte soweit aus um problemlos unter den Wagen arbeiten zu können. Der Mover kam in zwei Paketen. Einmal die Mechanik und einmal die Elektronik. Mein Vater hatte schon alles ausgepackt, weswegen es davon (leider) keine Fotos, bzw. nur ein paar im ausgepackten Zustand gibt. Wenn man sich das Video zwei, drei Mal angesehen hat, ist eigentlich alles selbsterklärend. Die Motoren werden nach Anleitung mit Halterungen an den L-Profilen des Rahmens montiert und mit einer soliden Stange verbunden. Dann verbindet man beide mit einer Kurbelstange, die dazu dient, dass beide Motoren gleichzeitig an den Reifen angekurbelt werden können. Wenn alles sicher montiert ist, geht es auch schon zur Verkabelung. Es ist wirklich alles wasserdicht beschriftet, so dass man mit einem aussagekräftigen Bild in der Bedienungsanleitung eigentlich schon gut zurecht kommt. Die entsprechenden Kabel an die Motoren angesteckt, in der WW-Mitte zusammengeführt und in Leerrohre eingeführt. Schon gehts daran ein Loch in den WW-Boden zu bohren. Wir wählten dazu den Staukasten unter einem der Längsbetten. Nun von der WW-Mitte die beiden Kabelstränge zur Bohrung geführt und mit dem Leerrohr in den Staukasten gesteckt. Die Kabel am WW-Boden mit mitgelieferten Kunststoffschellen angespaxt und schon ist das Gröbste erledigt.

Wir sägten dann ein Loch für die Außendose in die Außenhaut neben der Laderaumklappe. Dort wurde der Batterietrennschalter montiert. Die Dose mit Dichtmasse versehen und angespaxt. Als nächstes wurde das Steuergerät mit den Kabeln vom Motor verbunden. Plus zum Trennschalter vom Trennschalter zur Batterie und zuletzt Minus vom Steuergerät zur Batterie. Steuergerät noch an die Laderaumwand gespaxt und fertig! Nun stieg die Spannung: alle Stützen wurden hochgekurbelt, der Wohnwagen wieder aufs vordere Rad gestellt und Mover mit der mitgelieferten Kurbel ans Rad angekurbelt. Der ENDURO Mover hat eine praktische Markierung (rot, gelb, grün) an der man ablesen kann, wann der Andruck stimmt. Alles war im grünen Bereich und so holten wir dann die Damen zur Jungfernfahrt ab. Fernbedienung an und los geht’s! Im Schildkrötentempo, aber ohne jegliche Kraftanstrengung bewegte sich der Wohnwagen dahin, wo er sollte. Als Belastungstest gleich mal die Einfahrt hoch. Bestanden. Danach wieder zentimetergenau am rechten Fahrbahnrand eingeparkt – der Einbau eines Movers war geglückt!

Fazit:

Für ca. 900 EUR (die Hälfte!) und etwas Arbeitszeit – wir brauchten ca. 4 1/2 Stunden – eine wirklich runde Sache. Was man ggf. noch benötigt, falls noch nicht vorhanden, ist ein Batterieladegerät, das AGM-Batterien laden kann. War wirklich kein Hexenwerk und wird uns künftig das Rangieren ohne Rückenschmerzen ermöglichen. Zur Nachahmung dringend empfohlen.

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2 Kommentare
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