2018 wird alles besser. Nicht.

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2018 wird alles besser. Nicht.

 

Ok… noch ein paar Stunden, dann ist 2017 vorbei. Und dann kommt 2018. 2018, ein Jahr in dem alles viel besser, toller, superer werden wird. So jedenfalls versprechen es mir all die Posts, Videos und Silvestergrüße, die mich alleine bis heute Mittag schon erreicht haben. Ich verstehe es nicht so ganz … was genau war denn soooo schlecht an 2017, dass es ausschließlich aus „Krankheit“, „Dunkelheit“, „Verzweiflung“, „Stress“ und so weiter bestand? Gab es denn außer bei mir so überhaupt nichts Gutes im vergangenen Jahr? Bin ich die Einzige, die dem vergangenen Jahr noch etwas Schönes abgewinnen kann? Und warum sollte dann ausgerechnet 2018 so viel besser werden???

 

Bewertung von Ereignissen

Ich persönlich glaube ja, dass das meiste dem geschuldet ist, wie man die Ereignisse bewertet und was man daraus mitnimmt. 2017 ist mein Vater verstorben. Wir waren uns nicht immer einig, er war bisweilen schwierig, manchmal cholerisch und ganz oft völlig verbohrt und intolerant in seinen Ansichten. Als Teenager durfte ich quasi nichts, was in dem jeweiligen Alter normal gewesen war. Trotzdem: er war mein Vater, ich weiß dass er mich geliebt hat und ich weiß auch, dass die eine oder andere antiquarische Ansicht lediglich dem Umstand geschuldet war, mich vor irgendetwas bewahren zu wollen. Konnte er aber nicht, weil ich alles heimlich gemacht habe. Ich habe mich nachts davon geschlichen, ich habe schon mit 14 regelmäßig geraucht … oh Mann – wenn er das damals alles gewusst hätte: ich hätte mich verdammt warm anziehen müssen. Na gut, er hat es nie erfahren.

 

Jedenfalls war der Tod meines Vater trotz aller Widrigkeiten in der Vergangenheit schlimm und traurig. Aber ich kann ihn in Frieden gehen lassen, wir haben zuletzt unseren Frieden miteinander gemacht. Ich weiß, es war sein Wille gehen zu wollen, er ist friedlich und nicht alleine gestorben. Es ist sowohl meiner Familie wie auch ihm viel Leid erspart geblieben, denn er wurde trotz Krankheit und einem stolzen Alter von 85, fast 86 Jahren kein Pflegefall. Das mag sehr abgebrüht klingen, wenn ich sage, dass es alles gut ist, wie es ist. Aber nein, es lässt mich nicht kalt – ich finde nur, dass es genau so ist. Wir haben ihn nicht in der Blüte seines Lebens durch einen tragischen Unfall verloren. Dafür bin ich trotz aller Traurigkeit dankbar.

 

Da wäre noch die Sache mit der Dankbarkeit

Das bringt mich zum nächsten Stichpunkt: Dankbarkeit. Ich bemühe mich für alles, was ich habe und erlebe stets dankbar zu sein. Nicht für die materiellen Dinge, sondern dafür, dass ich einen tollen Job habe. Genau genommen ja sogar zwei! Meine Chefin, die meine Arbeit wertschätzt und meine Selbstständigkeit mit Kunden und ihren Kids, die mein Leben bereichern. Kollegen, die dafür verantwortlich sind, dass ich letztlich (auch wenn ich oft lieber noch viel länger und ausgedehnter zu Hause Kaffee trinken würde) doch jeden Tag gerne zur Arbeit gehe und mit ihnen lachen kann.

 

Meine Freunde, die auch dann für mich da sind, wenn man sie braucht. Selbst dann, wenn ich eigentlich gar nicht so viel Zeit für sie habe, wie ich gerne hätte. Ich bin dankbar für die tollste Tochter, auf die man sich immer verlassen und der man blind vertrauen kann, den Weltbesten Ehemann, der mir trotz eigener Mehrfachbelastungen immer den Rücken frei hält. Meine Schwiegereltern, die meine Mama super unterstützen und sie nie alleine lassen. Meine Mama wegen der ich überhaupt existiere und die auch mit dazu beigetragen hat, dass ich heute bin, wer ich bin. Überhaupt: eine Menge toller Menschen! <3 Ich habe die Möglichkeit zu reisen und die Welt zu entdecken. Ganz viele Menschen haben diese Möglichkeit nicht. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Aber warum genau war denn nun 2017 jetzt so schlecht???

 

 

Die Vorsätze für das neue Jahr

Ich bin sicher nicht perfekt, rede oft zu viel, bilde mir oft zu schnell ein Urteil und bin noch viel zu oft voreingenommen. Ich bin stur und bockig, kann nur schlecht mit Kritik umgehen und nehme vieles zu persönlich. Ich kann nur schwer vergeben und verzeihen. Aber ich arbeite daran, versprochen! Aber nicht weil jetzt dann 2018 ist. Ich halte nichts von „Vorsätzen zum neuen Jahr“. Vorsätze müssen Ganzjahresvorsätze sein. Und ich sehe auch keinen Grund darin Silvester groß zu feiern. Weil ein neues Jahr beginnt? Weil dann alles besser wird, nur weil im Kalender eine andere Jahreszahl steht? Nicht die Jahreszahl ist verantwortlich für Dein Glück. Keine andere Person ist verantwortlich für Dein Glück – Du selbst bist es und zwar ganz allein!

 

Und das führt mich automatisch zur Frage: Was ist denn Glück? Was ist Zufriedenheit? Für mich ist das größte Glück oft das Einfachste, aber leider ist es nicht für alle das selbstverständlichste: ein gesundes Kind, ein Partner mit dem ich reisen kann. Und zwar ganz einfach. Mit Zelt und Luftmatratze und unterwegs selbstgeschmierten Butterbroten. Ein Bier aus der Dose am Strand – das kann auch einfach nur die Isar sein. Ich brauche keine teuren Boutique-Klamotten und ich brauche keine 5 Sterne Kreuzfahrt. Je einfacher ich mein Glück definiere und dankbar dafür bin, desto glücklicher bin ich am Ende des Tages. Und das sollte man sich auch am Anfang und am Ende eines jeden Tages bewusst machen. Mir persönlich hilft das. Vielleicht sollte man auch anfangen jeden Abend 5 Dinge aufzuschreiben, die an diesem Tag gut waren. Nur 5 kleine Dinge… ich glaube, das werde ich mal probieren.

 

Toleranz üben

Aber jeder muss selbst wissen, was einem wichtig ist… wenn das Glück von jemanden in den teuren Boutiqueklamotten liegt, dann ist es eben so. Dann freue ich mich, wenn er/sie sich über das neue Kleidungsstück freut. Mitgefühl, im Guten wie im Schlechten. Das ist nicht immer leicht, aber wichtig. Nicht urteilen – weißt Du warum der Obdachlose an der Ecke auf der Straße lebt? Weißt Du warum, die Frau vor Dir an der Kasse so unglaublich dick ist? Weißt Du all diese Dinge? Nein? Dann verurteile niemanden. Das schadet einem auch selbst, denn es ist negatives Gedankengut. Nicht immer leicht, aber man kann versuchen es sich bewusst zu machen und daran zu arbeiten. Hm. Vielleicht 2018 dann … nicht gleich, nicht einfach jetzt. Sondern 2018, das Jahr in dem alles besser werden wird.

 

Es gibt gute Tage und ja, es gibt schlechte Tage. Und so gibt es folglich bessere und schlechtere Jahre. Mich nervt auf welch hohem Niveau wir alle jammern… wir leben nicht im Krieg, die Menschen in meinem Umfeld sind weitestgehend gesund (ich kann nur für mich sprechen), wir haben alle ein Dach über dem Kopf, wir haben einen Job bzw. eine Rente. Und auch wenn die nicht immer üppig ausfällt, so reicht es doch zum Leben. (Ja ich weiß, es gibt in Deutschland Altersarmut, aber eben nicht in meinem persönlichen Umfeld). Wir spazieren in den Supermarkt und finden gefüllte Regale vor. Wir haben eine Krankenversicherung, wir bekommen Arbeitslosengeld, wenn wir den Job verlieren und dürfen unsere Meinung äußern. Wir haben die Möglichkeit jederzeit mit Freunden und Familie in der ganzen Welt zu kommunizieren. Zumindest mir hat noch kein Asylbewerber den Job weggenommen oder mir das letzte Brot weggefuttert. Ich darf mein Land verlassen, wenn ich das möchte. Undsoweiterundsoweiter …

 

Mein größter Wunsch

Ich könnte endlos so weiter schreiben. Aber was mir wirklich am Herzen liegt: hört auf zu jammern und lernt zu schätzen, was wirklich wichtig ist… das Glück kann so einfach sein. 2017, 2018 und auch noch 2184. Und jede Medaille hat zwei Seiten: dreht sie doch auch mal um! Es kommt der Punkt, an dem alles auch für irgendetwas gut ist. Vielleicht sieht man es nicht gleich, aber der Zeitpunkt kommt. Jede schmerzvolle Erfahrung ist am Ende des Tages auch wertvoll. Um zu lernen, anders zu denken, eine Chance zu ergreifen, die man andernfalls nicht einmal wahrgenommen hätte, sich selbst ein bisschen neu zu erfinden, neue Herausforderungen meistern und danach stolz auf sich selbst zu sein.

So, und auch wenn ich mir selbst aus diesem Silvestergedöns nicht viel mache – ich wünsche Euch allen einen Guten Rutsch aus einem wunderbaren 2017 in ein ebenso wunderbares 2018! Haut rein! Be happy und macht Euren Frieden mit 2017! Macht Euren Frieden mit jedem einzelnen Tag! Tut jeden Tag irgendwas Gutes, was ganz kleines, unterschreibt eine Petition, helft einem Freund oder macht jemanden nur einfach ein ernst gemeintes Kompliment…

 

2018 wird alles besser© www.travel-life-experience.com

2 Kommentare
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  • UschiDezember 31, 2017 - 8:27 pm

    Sehr schöner Text! Danke, und Dir auch ein wunderbares neues Jahr (genauso wunderbar wie das alte…)!AntwortenAbbrechen

    • Sylvia BenteleDezember 31, 2017 - 8:37 pm

      Vielen lieben Dank! Das wünsche ich Dir auch! 😊💕AntwortenAbbrechen

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